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Tomaten – die guten Gartenhelden

Von Anbau bis zur Sauce


Sie schmecken einfach feiner: die selbstangebauten Tomaten aus dem eigenen Garten oder vom Balkon. Sommer heißt dann Tomatensalat, Tomatensauce mit Pasta und Pizza satt. Damit man auch im Winter noch was von den Tomaten hat, kocht man Sugo oder Ketchup ein. Hier gibt´s Tipps zum Anbau & Pflege, Rezeptideen und ein geniales Buch über Tomaten.

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Anzucht & Auspflanzen

Im März geht`s los mit der Voranzucht. Die wichtigsten To-dos auf einen Blick:

  • Samen in Aussaaterde stecken, ca. 0,5 Zentimeter tief. Man kann spezielle Anzuchttöpfe verwenden oder einfach Eierkartons. Bei anderen Gefäßen muss man darauf achten, dass sie unten ein Loch haben, dass überschüssiges Gießwasser abfließen kann. Die Samen am besten mit einer Sprühflasche wässern, damit sie nicht nach oben schwimmen, sondern in der Erde bleiben. Gut feucht halten und an einen warmen, hellen Platz stellen.

  • Nach zwei Wochen strecken sich die ersten Sämlinge aus der Erde. Sobald daraus kräftige Blätter werden, sollte man sie in einen größeren Topf (10 bis 15 Zentimeter Durchmesser) umpflanzen, das nennt sich pikieren. Jetzt vertragen sie auch schon etwas kältere Temperaturen. Wichtig ist, dass sie nicht zu schnell hochschießen. Gießen nicht vergessen!

  • Hat man verschiedene Sorten, sollte man sie Namenschildchen markieren. Dann weiß man später, was man isst.

  • Ab ins Beet geht`s sobald es nachts dauerhaft warm genug ist, um die 15 Grad sollten es schon sein. Das ist meistens nach den Eisheiligen Mitte Mai der Fall. Man kann die Pflanzen vorab abhärten, indem man sie tagsüber rausstellt und nachts wieder reinholt.

  • Einen sonnigen und windgeschützten Standort mögen die Tomaten. Zwischen den Pflanzen 60 bis 80 Zentimeter Abstand lassen. Pflanzloch ausheben, es sollte etwa doppelt so groß sein wie der Wurzelballen der Setzlinge. Eine Handvoll Hornspäne oder Kompost einfüllen, dann die Jungpflanzen reinsetzen, mit Erde bedecken, etwas andrücken, kräftig angießen und einen Stützstab dazu stecken.

  • Tomaten haben Freunde und Feinde. Sie vertragen sich gut mit Buschbohnen, Knoblauch, Kohlrabi, Kopfsalat, Lauch, Karotten, Rettich, Radieschen, Sellerie und Spinat. Kommen ihnen Erbsen, Fenchel oder Kartoffeln zu nahe an ihr Beet, sind sie beleidigt und gedeihen nicht so gut.

Pflege & Ernte

Tomaten sind durstig. Also, immer schön gießen – nur den Boden, nicht die Blätter! Sie hassen, wenn ihr Kleid nass wird, da sind sie empfindlich, wie bei nassen Füßen, daher Staunässe vermeiden. Man kann die Tomaten auch überdachen. Das muss nicht unbedingt sein, wenn man eine robuste Freilandsorte wählt.

Tomaten haben Hunger. Starkzehrer heißt das im Fachjargon. Es empfiehlt sich, sie alle vier Wochen mit Brennnessel- oder Beinwelljauche zu gießen. Der organische Dünger versorgt die Pflanzen mit Nährstoffen.

Tomaten brauchen Halt. Man gibt ihnen eine Rankhilfe und bindet sie daran fest.
Wichtig ist das regelmäßige Ausgeizen, damit sie sich nicht buschartig in alle Richtungen auswachsen. Ausgeizen bedeutet, die kleinen Seitentriebe in den Blattachsen abzubrechen.

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Tolle Tomatensorten

Es gibt unfassbar viele Sorten, die Fachliteratur beziffert sie auf rund 3500! Sie unterscheiden sich in Form, Wuchsform, Größe, Geschmack und Farbe. Eingeteilt werden sie in die Kategorien Stab-, Cherry-, Fleisch-, Paprika-, Rispen-, Grüne- und Wildtomaten.

Sie haben so schöne Namen wie Ananas Tomate, Andenhorn, Black Cherry, Green Moldovan, Marmande, Money Maker, Ochsenherz, Sibirisches Birnchen, Red Zebra oder Zuckertraube.

Eine der gängigsten Sorten und in vielen Gärten anzutreffen, ist die Salattomate. Okay, der Name ist nicht berauschend, aber geschmacklich trumpft auch sie.

Die bekannte Illustratorin Kat Menschik stellt in ihrem Buch „Tomaten“ 69 Sorten vor. Menschik zeichnet nicht nur grandios, sie ist auch eine leidenschaftliche Gärtnerin. Ihrem Lieblingsgemüse hat sie gleich ein ganzes Buch gewidmet. Darin nimmt sie die Leser mit in die fantastische Welt der Tomaten: von Rosa Oma und Ochsenherz über Gargamel, Tiflis Rosa bis hin zu Besser und Zahnradtomate. Sie verrät ihre Anbautricks und setzt die Tomaten gekonnt ins Bild. Ein Lese- und Augenschmaus. Unbedingt empfehlenswert! 

Das Buch "Tomaten" erscheint bei Galiani Berlin im Verlag Kiepenheuer & Witsch. Hier gibt’s eine Leseprobe als Appetithappen.

Tomatensugo selbstgemacht

Gerade gegen Ende des Sommers, wenn man schon so viel Tomatensalat gegessen hat und die Sträucher immer weiter Früchte produzieren, bietet es sich an, Sugo einzukochen. Damit kommt der Sommer auch im Winter an den Küchentisch.

Zutaten: Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Oregano, Basilikum, Thymian, Chili, Salz und Pfeffer. Menge ist variabel, je nachdem wie viele Tomaten da sind.

Zubereitung

  • Tomaten waschen, Stilansätze entfernen, grob zerkleinern
  • Zwiebeln und Knoblauch schälen und würfeln, Kräuter und Chili klein schneiden
  • Zwiebeln, Knoblauch und Chili in Olivenöl glasig andünsten, Tomaten und Kräuter dazugeben, rund zwei Stunden auf kleiner Flamme vor sich hin köcheln lassen, dabei immer wieder umrühren, erst am Ende salzen und pfeffern
  • Sugo passieren oder mit dem Stabmixer pürieren – muss beides nicht sein, Stücke sind auch okay
  • Gläser oder Flaschen und deren Deckel abkochen oder ausbrühen, sie müssen sauber und keimfrei sein
  • Sugo heiß einfüllen, nicht ganz bis zum Rand, denn obenauf kommt ein Schuss Olivenöl, dann den Deckel aufschrauben und ab in den Vorratsschrank

Fotos: natur-zaun, Galiani Berlin, unsplash/Markus Spikse

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